Handgemachtes, französisches Sauerteigbrot – #synchronbacken

Eine dicke Scheibe, frisches, knuspriges Sauerteigbrot mit etwas Butter bestrichen und mit Fleur de sel bestreut – es gibt kaum etwas, was noch besser schmeckt. Und? Habe ich euch Appetit auf frisches Brot gemacht? Dann nichts wie ran an die Teigschüssel. Denn, dieses klassische Sauerteigbrot mit Weizenvollkorn- und Roggenmehl ist echt handgemacht. Vom Anfang bis zum Ende. Glaubt mir, es lohnt sich. Aber ich greife vor. Als ich am vergangenen Samstagabend auf die fixe Idee gekommen bin, mich am #synchronbacken-Event von  Zorra von kochtopf und Sandra von From-Snuggs-Kitchen zu beteiligen, hatte ich keine Ahnung was auf mich zukommen würde.

Sauerteigbrot im Gusseisentopf gebacken

Regelmäßig werde ich zu den tollen #synchronbacken-Events von Zorra eingeladen. Leider schaffe ich es viel zu selten daran teilzunehmen. Denn es werden immer sehr ausgewählte und besondere Rezepte von den beiden zum Mitbacken ausgewählt. Eine muntere Schar Blogger und Backbegeisterte beteiligen sich regelmäßig am #synchronbacken. Auf den gängigen Social-Media-Kanälen werden die Vorbereitungen, Arbeitsschritte und Backergebnisse dokumentiert. Als ich Samstagabend bei Instagram die ersten Vorbereitungen der anderen Mitstreiter sah, erinnerte ich mich an die Einladung. Ich habe fix nachgelesen welches Rezept gebacken werden sollte. Und habe dann im Vorratsschrank gestöbert und war froh alle Zutaten im Haus zu haben. Ich konnte sofort starten.

Sauerteigbrot im Gusseisentopf gebacken

Gebacken wurde ein Fresh-Milled Miche – ein klassisches, französisches Sauerteigbrot – nach einem Rezept von King Arthur. Gebacken im Gusseisentopf. Im ursprünglichen Rezept wird frisch gemahlenes Mehl und aktiver Sauerteig verwendet. Weizen- und Roggenkörner hatte ich leider nicht da, aber die entsprechenden Mehlsorten waren noch ausreichend vorhanden. Die Sache mit dem Sauerteig füttern klappt bei mir nur so mittelmäßig, daher habe ich gebrauchsfertigen Sauerteig verwendet. Bei der Zubereitung des Vorteigs kam mir die Idee, mal auf die technische Unterstützung der KitchenAid oder des Thermomix zu verzichten. Und ich bin sehr froh über diese Entscheidung. Denn ein Brot schmeckt doppelt so gut wenn es von Hand geknetet wird. Glaubt mir oder glaubt mir nicht, aber die Arbeit lohnt sich. Versprochen.

Rezept Vorteig:

● 115 g lauwarmes Wasser
● 35 g aktiver Sauerteig
● 195 g Weizenvollkornmehl
● 4 g Salz

Wasser, Sauerteig, Mehl und Salz in eine Schüssel geben und mit einem Holzlöffel gleichmäßig vermengen und abgedeckt über Nacht bei Raumtemperatur gehen lassen.
Am Sonntag haben wir länger geschlafen und ausgiebig gefrühstückt. So kam es, dass ich mich erst später um den Vorteig gekümmert habe. Im Netz konnte ich bei den anderen Mitstreitern schon lesen, wie schwer sich der Vorteig auflösen ließ. Ich habe 395 g Wasser dazugegeben und gefühlt eine Stunde mit einem Holzlöffel gerührt bis der Teig endlich komplett aufgelöst war. Hätte ich doch bloß eines dieser praktischen Elektrogeräte genutzt 😉

Rezept Teig:

● Vorteig von oben
● 395 g Wasser
● 260 g Weizenmehl Type 550
● 130 g Weizenvollkornmehl
● 65 g Roggenvollkornmehl
● 9 g Salz
● 3 g Frischhefe

Als ich endlich alles aufgelöst hatte, habe ich die restlichen Zutaten in die Schüssel gegeben und wie im Rezept angegeben mit dem Stiel eines Holzlöffels alles miteinander vermengt. Nun sollte der Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche gegeben werden und von Hand ohne weitere Zugabe von Mehl geknetet werden. Wie ihr auf dem folgenden Foto sehen könnt, war ich sehr skeptisch ob der Teig am Ende was wird. Vor mir lag ein sehr knubbeliger und klebriger Teig.

Sauerteig vor dem Kneten

Sauerteig vor dem Kneten (Entschuldigt die Bildqualität – Kunstlicht ist böse)

 

Von Hand kneten – schwer vorstellbar. Mit meinem Freund, dem Holzlöffel habe ich den Teig vorsichtig von außen nach innen geschlagen. So wurde er etwas fester und ich konnte ihn zum ersten Ruhen wieder in die Schüssel verfrachten. Schon nach 15 Minuten sollte der Teig gefaltet werden. Dazu wird der Teig vom am Rand nach oben gezogen/gedehnt und dann zur Mitte einschlagen. Da der Teig sehr weich war, musste auch hier wieder der Holzlöffel helfen. Dieser Vorgang des Faltens wurde nach 30, 45, 60 und 120 Minuten wiederholt. Durch das Falten wird der Teig stabiler. Und ich muss sagen, der Teig wurde immer besser. Dazwischen durfte der Teig immer wieder unter seinem Handtuch an einer warmen Stelle ruhen.

Nach dem letzten Falten durfte der Teig erneut 60 Minuten ruhen. Anschließend wurde der Teig grob zu einem Laib geformt und hat sich dann nochmal 15 Minuten ausgeruht. Anschließend habe ich den Teig in Form gefaltet und ihm eine 60-minütige Ruhepause im Garkorb gegönnt. Ganz züchtig mit einem Handtuch bedeckt. Ich lege meine Brote immer mit der Naht nach unten in den Garkorb und schneide ihn vor dem Backen mit einem scharfen Messer ein. Wer keinen Garkorb zur Hand hat, kann den Brotlaib auch in eine mit einem bemehlten Handtuch ausgelegte Schüssel legen.

Sauerteig zu einem Laib geformt im Garkorb

Der Gusseisentopf durfte mit Deckel zum Aufheizen in den Backofen (230 °C Ober- und Unterhitze). Damit der Brotlaib des Sauerteigbrotes besser in den heißen Topf gegeben werden konnte, habe ich ihn auf einen Bogen Backpapier gegeben. Nun ging es für 30 Minuten mit geschlossenem Deckel in den Backofen. Danach habe ich den Deckel abgenommen und das Brot noch etwa 15 Minuten gebacken. Dieser Duft, der mir beim Rausnehmen des Brotes entgegenschlug war einfach phantastisch. Und es sah einfach nur perfekt aus. Die Krumme war toll und es knusperte leicht beim vorsichtigen drücken auf die Kruste. Es hat mich wirklich Überwindung gekostet, das Brot nicht sofort anzuschneiden. Geduld war angesagt. Erst am nächsten Morgen habe ich mir vorsichtig ein Stück abgeschnitten und es mit Butter und etwas Salz bestreut probiert. Warum ich nicht mehr abgeschnitten habe? Ich musste doch noch Fotos für euch machen 🙂

Sauerteigbrot angeschnitten

Los, gebt euch einen Ruck und gebt euch ans Brot backen. Es macht Spaß, entschleunigt und es schmeickt einfach nur gut!

P.S. Schaut unbedingt bei Sandra von From-Snuggs-Kitchen vorbei. Sie sammelt alle Beiträge und es gibt einige Variationen dieses Rezeptes. Ich bin schon sehr auf die Beiträge der anderen gespannt.

 

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8 thoughts on “Handgemachtes, französisches Sauerteigbrot – #synchronbacken

  1. Deine Miche ist dir wirklich sehr gut gelungen. Vor allem die Krume sieht perfekt aus! Ich finde ja auch das Brotbacken wunderbar entschleunigt 🙂 Liebe Grüße, Nora

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